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Geschmacksschwere Schöpfungen

Datum: 30.05.2017Quelle: B&L Medien; Foto: Braufactum Ort: München
Seit 1990 experimentieren die Braumeister der Bitburger Braugruppe in der hauseigenen Versuchsbrauerei mit Rohstoffen und Brauverfahren. In dieser Zeit sind dort einige Spezialitätenbiere entstanden, die bislang nur im Rahmen von Mitarbeiter-Veranstaltungen ausgeschenkt worden sind. Das hat sich mittlerweile aber geändert: „Die gesteigerte Nachfrage nach Spezialitäten und Craft Beer hat es uns ermöglicht, 2013 mit diesen kreativen Bieren unter der neuen Marke Craftwerk Brewing auch an den Markt zu gehen. Der Trend bietet uns die Möglichkeit, die Vielfältigkeit von Bier und das Potenzial der Rohstoffe noch besser demonstrieren zu können“, erzählt Mona Schommers, Produktmanagerin Craftwerk Brewing, die interne Craft Beer-Geschichte. Und auch Pia Reker aus der Brauerei Ratsherrn findet das Thema inspirierend: „Seit unserer Neueröffnung in den Schanzenhöfen 2012 leben wir unsere Leidenschaft für Craft Beer aus. Dabei vergessen wir natürlich nie die Hamburger Braugeschichte. Denn ohne die wären wir heute nicht da, wo wir jetzt sind. Unsere klassischen Sorten liegen uns deshalb genauso am Herzen wie die ausgefalleneren.“
Für andere ist Craft Beer schon gar kein Trend mehr, sondern bereits fester Bestandteil der deutschen Bierszene. Nicht umsonst gibt es z. B. auf der Internorga eine eigene Craft Beer Arena. Für Ingo Swoboda, Vertriebsdirektor Gastronomie der Warsteiner Gruppe, ist Craft Beer nichts Neues: „In einem Land mit mehr als 5.000 Biersorten und rund 1.400 Braustätten gab es Bierspezialitäten oder auch Craft Beer schon immer – vom Altbier über die Sorten Maibock und Märzen bis zum Doppelbock oder Weihnachtsbier. Auch wir sehen ein gewisses Potenzial für diese Sparte und bieten seit vielen Jahren Spezialitäten an, die der Kategorie ‚Craft Beer‘ zuzuordnen sind.“
Und auch Nora Stiller aus dem Hause Pilsner Urquell ist der Meinung, dass der Anteil von Craft Beer am Biermarkt in den vergangenen drei Jahren stetig gestiegen ist: „Allgemein ist eine Entwicklung zu erkennen, dass Gäste immer mehr Wert auf handwerkliches Können und Qualität legen – eben auch bei ihrem Bier.“ Die Regeln der Handwerkskunst beherrscht die Brauerei nach eigenen Angaben aber schon seit 175 Jahren. So wird über offener Flamme im traditionellen Dreimaischverfahren aus den vier lokalen Zutaten Saazer Aromahopfen, hellem Pilsner Malz, H-Hefe aus eigenem Stamm und dem örtlichen, weichen Quellwasser ein entsprechendes Bier gebraut. „Das erste Pils der Welt wird sozusagen seit jeher wie ein Craft Beer hergestellt. Allerdings: Streng genommen ist das Pilsner Urquell kein Craft Beer im heutigen Sinne“, sagt Nora Stiller. Demnach sei der Trend eher eine Rückbesinnung auf traditionelle Braukunst und hochwertige Qualitätsprodukte.
 
Wertigkeit neu vermitteln
Dass das Stichwort Qualität nur in Verbindung mit Craft Beer zu suchen ist, hält Oliver Bartelt, Unternehmenssprecher ABInBev, für falsch. Zwar bemerkt auch er, dass das Thema Craft Beer einen positiven Einfluss auf den Biermarkt hat, allerdings nicht über Volumen, sondern eher über Image und Stories: „Fakt ist: Heute kann in Deutschland kaum jemand mehr als zwei Craft Beer-Marken nennen – wenn überhaupt. In der Wahrnehmung gibt es nur das Segment ‘Craft’ als Ganzes.“ Fest stehe aber auch, dass die Konsumenten durchaus nach Alternativen zu klassischen Bieren suchen. „Bier hatte für viele lange Zeit nicht mehr genug zu bieten. Ich bin davon überzeugt, dass sich das mit dem Craft Beer- und Spezialitätentrend wieder ändern wird.“ Dafür müsse den Bierkonsumenten aber die Wertigkeit von Bier neu vermittelt werden. Eine Aufgabe, der sich auch die Brauerei Gebr. Maisel verschrieben hat. Seit 2012 versucht das Unternehmen mit der Marke Maisel & Friends frischen Wind in die Biergläser zu bringen. „Unser Herzenswunsch ist es, Bier wieder einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft zu geben und Menschen von seinem Geschmack zu begeistern. Dazu braucht es beste Rohstoffe, aber auch Leidenschaft, kreatives Handwerk, langjährige Brauerfahrung, die Lust Neues auszuprobieren und vor allem gute Freunde, die unsere Passion teilen und ihre Kreativität sowie Liebe mit einbringen“, erklärt Jeff Maisel, Inhaber der Brauerei.
 
 
Doch was macht Craft Beer eigentlich so besonders? Inwiefern unterscheidet es sich von herkömmlichen Biersorten? Und wie können Gastronomen die Vorteile von handwerklich gebrautem Biere voll ausschöpfen? Die Antworten gibt es ab dem 01.06.2017 in der TRINKtime 3/2017.

 

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