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Deutsche Umwelthilfe fordert Klimaschutz-to-go

Datum: 30.09.19Quelle: DUH | Foto: Pixabay | Ort: Berlin

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert ein bundesweites Mehrwegbechersystem mit Pfand und ein Reduktionsziel für Coffee-to-go-Becher. Sie will, dass Kaffeehausketten, Bäckereien und Kantinenbetreiber keine Einwegbecher für den Konsum vor Ort verwenden.

28.000 Tonnen Müll

Rund 2,8 Milliarden Einwegbecher für Heißgetränke Außer-Haus werden pro Jahr in Deutschland verbraucht. Das entspricht 5.300 Einwegbechern pro Minute und verursacht jährlich 28.000 Tonnen Abfall, der häufig in Parks, auf öffentlichen Plätzen und Straßen landet.

Vermüllung, Mikroplastik und Klimawandel

Einwegbecher gehören zu den zehn kunststoffhaltigen Einwegprodukten, die am häufigsten an Stränden der EU gefunden werden. Sie vermüllen zudem Parks und öffentliche Plätze in Innenstadtbereichen. Dies ist nicht nur ein massives Umweltproblem, weil Mikroplastik freigesetzt wird, sondern führt auch zu hohen Entsorgungskosten. Weggeworfene Einwegbecher füllen jeden Tag 22.000 herkömmliche 50-Liter Mülleimer. Durch die massenhafte Becherproduktion wird zusätzlich der Klimawandel angeheizt.

Bundesweite Lösung

„Wir brauchen endlich eine bundesweite Lösung des Becherproblems. Große Coffee-to-go-Ketten, Bäckereien und Kantinenbetreiber müssen ein flächendeckendes System mit Mehrwegpfandbechern aufbauen, so wie viele Verbraucher es bei Mehrwegflaschen für Mineralwasser bereits kennen. So kann ein Großteil der Ressourcen, die für die Herstellung von jährlich rund 2,8 Milliarden Einwegbechern nötig sind, eingespart und das Klima entlastet werden. Mit Mehrwegbechern wird der Kaffee für unterwegs zum Klimaschutz-to-go“, sagt die Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

Nationales Minderungsziel

„Es gibt inzwischen einzelne Mehrwegsysteme für Coffee-to-go, jedoch sind diese zumeist regional begrenzt und die Teilnehmer eher Kleinstverkaufsstellen. Die Mehrwegsysteme können bereits jährliche Einsparungen von Millionen Einwegbechern erzielen, doch muss das Ziel die Vermeidung von Milliarden Einwegbechern sein. Mehrwegbechersysteme stecken noch in den Kinderschuhen. Das Problem kann nur gelöst werden, wenn auch die großen Kaffeehausketten mitmachen. Ein nationales Minderungsziel für Einwegbecher könnte den Mehrwegumstieg beschleunigen“, erklärt der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Verbindliche Reduktion

In einer im Mai 2019 veröffentlichten Studie des Umweltbundesamtes zu Coffee-to-go-Bechern wurde als wirksame Maßnahme zur Verringerung des Einwegbechermülls ein Minderungsziel von 50 Prozent bis 2022 im Vergleich zu 2016 vorgeschlagen. Nach Einschätzung der DUH sollte ein Minderungsziel allerdings verbindlich und noch ambitionierter sein. So wäre laut dem Umweltschutzverband bis 2022 auch ein Reduktionsziel von 70 Prozent denkbar.

„To-Go or To-Stay?“

„Der Konsum von Kaffee in Einwegbechern vor Ort in den Verkaufsstellen ist nicht notwendig und völlig inakzeptabel. Doch noch immer werden in vielen Kaffeeverkaufsstellen wie selbstverständlich Einwegbecher herausgegeben. Gastronomen sollten grundsätzlich keine Einwegbecher für den Konsum vor Ort in der Verkaufsstelle herausgegeben. Sie sollten ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so schulen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher immer gefragt werden, ob sie ihren Kaffee vor Ort to-stay oder außerhalb to-go genießen wollen“, sagt Metz.

Hintergrund

Die DUH setzt sich im Rahmen des Projekts „Mehrweg. Mach mit!“ für den Einsatz klimafreundlicher Getränkeverpackungen ein. Das Projekt ist Teil der Nationalen Klimaschutzinitiative der Bundesregierung und wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert, aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Eva Fürst / Gastroinfoportal

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