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Negroni-Week für den guten Zweck

Datum: 24.05.19Quelle: Campari Deutschland | Ort: Oberhaching

Bei der Negroni-Week 2019 steht ein besonderer Geburtstag im Mittelpunkt: Vor 100 Jahren wurde der Drink-Klassiker in Florenz erfunden und eroberte von dort aus in den folgenden zehn Dekaden die Barkarten der Welt.

Sieben Tage, drei Zutaten, ein guter Zweck

Auch in diesem Jahr werden weltweit geschätzt wieder ca. 10.000 Bars im Rahmen der Negroni-Week Spenden sammeln. Jeder Gast, der vom 24. bis zum 30. Juni einen klassischen Negroni oder eine Negroni-Variante in den teilnehmenden Bars bestellt, wird somit Teil des internationalen Engagements, da jeder Negroni eine Spende zugunsten einer wohltätigen Organisation bedeutet. Seit 2013 sind auf diesem Wege bereits über 2 Millionen US-Dollar zusammengekommen. Die Bars entscheiden individuell, welcher Einrichtung sie ihre Erlöse oder Teilerlöse zukommen lassen. Campari Deutschland unterstützt in diesem Jahr die Münchner Tafel e. V.

Etwas stärker als sonst

Wie die Barkultur in den 1920er Jahren zelebriert wurde, wissen wir alle seit dem sensationellen Serien-Erfolg von „Babylon Berlin“. Doch ein kleiner Switch bringt uns nach Italien zu den Ursprüngen des Klassikers, genauer gesagt ins Café Casoni nach Florenz, das zu dieser Zeit mindestens so mondän war und durch den Stammgast Graf Camillo Negroni zur Legende werden sollte. Denn der Nachname verrät es schon: Eben dieser Graf bat den Barmann, sein Lieblingsgetränk „un po’ più forte“, also „etwas stärker als sonst“, zu servieren. Statt also das klassische Americano-Duo Campari und Wermut mit Sodawasser aufzugießen, fügte er Gin hinzu und ergänzte seine Kreation durch eine Orangenzeste. Der Graf war begeistert von diesem Twist und orderte ab sofort nur noch seinen Negroni.

Etwas anders als sonst

Im Laufe der Jahre haben weltweit viele hervorragende Barkeeper ihre persönliche Interpretation zum Negroni-Repertoire beigesteuert und ebenfalls Geschichte geschrieben. Pro vergangener Dekade gibt es Anekdoten und Twists, die viel über den jeweiligen Zeitgeist und die Genusskultur erzählen. Filmregisseur Orson Welles ließ 1947 im Film „Die Lady von Shanghai“ den Negroni auf der großen Leinwand servieren, 1951 fand der Negroni zum ersten Mal in einem spanischen Bar-Buch Erwähnung. In den 1980ern entpuppte sich Wodka als wunderbare Ergänzung und auch neben dem Glas tat sich etwas: 1990 feierte die Aperitivo-Kultur ein Comeback in Italien, zum Negroni wurden plötzlich wieder Häppchen serviert. Ende des letzten Jahrtausends kreuzten sich erneut die Wege mit der Kulinarik: Die Molekularküche war in aller Munde und auch Negronis wurden strukturell verändert und sehr futuristisch als Gelatine-Variante serviert.

Anstoßen auf eine Legende

Zum 100. Geburtstag des Negronis hat Campari Top-Barkeeper aus aller Welt gebeten, den Stil je einer Negroni-Dekade dort zu feiern, wo alles begann: im eisgekühlten Glas. Zehn Barkeeper, darunter u. a. Erik Lorincz und Luca Cinalli aus London, Andreas Till aus München und Maurizio Stocchetto aus Mailand, haben jeweils einer Dekade ihren persönlichen Negroni Twist gewidmet. Das Herz des Drinks bleibt natürlich immer Campari. Das Ergebnis sind zehn besondere Varianten des Cocktail-Klassikers, die Negroni-Liebhaber in ausgewählten Bars im Rahmen der Negroni Week genießen können:

Negroni Sbagliato

Die ginlose Variante was übersetzt so viel wie der falsche Negroni bedeutet, wurde in den 1960er Jahren durch einen Griff zur falschen Flasche in der Mailänder Bar Basso von Mirko Stocchetto erfunden und ist dort auch heute noch eine der meistbestellten Negroni-Varianten. Dank Prosecco anstelle des Gins kommt er etwas leichter als in der klassischen Zubereitung daher. Maurizio Stocchetto widmet somit den späten sechziger Jahren die unveränderte Variante des damals eher zufällig entstandenen Negroni Sbagliato, bestehend aus 3 cl Campari, 3 cl Cinzano sowie 3 cl Cinzano Pinot Chardonnay.

Negroni 1808

Andreas Till vom Pacific Times in München widmet seinen Twist des Klassikers, den Negroni 1808, der aktuellen Dekade, in der sich insbesondere klassische Drinks oft in ihrer ursprünglichsten Form auf den Barkarten wiederfinden. Till kreierte den Drink bereits für den diesjährigen Kurzfilm „Entering Red“ der Campari-Reihe Red Diaries, der sich in diesem Jahr ebenfalls dem 100. Geburtstag des Cocktailklassikers widmet. Der Negroni 1808 besteht aus 3 cl Campari, 2 cl Cinzano 1757, 2 cl Bulldog Gin sowie 2 cl Soda und wird im Tumbler auf einem großen Eiswürfel mit Zitronenzeste serviert und kurz zuvor mit Himbeergeist besprüht. Der Negroni 1808 spiegelt die Entwicklung des Milano-Torinos über den Americano bis zum Negroni des Grafen Camillo Negroni wider und beinhaltet seinen ursprünglichen Aperitif-Charakter.

Negroni Earl

Diese unaufgeregte Lässigkeit inspirierte auch seine Kollegen Erik Lorincz (ehemals Savoy Hotel, London) und Luca Cinalli (ehemals Oriole Bar, London), die beide in Kürze eigene Bars eröffnen. Cinalli hat sich als Kind der Achtziger für eine Hommage an das Pop-Jahrzehnt entschieden. Für seinen Negroni Earl werden 3 cl Campari und 3 cl Wermut mit 0,25 g Blutorangensalz verrührt, bis das Salz aufgelöst ist. Dann werden 3 cl Gin und Eis hinzugegeben und so lange gerührt, bis 1,5 cl Schmelzwasser entstanden sind. Im Anschluss wird der Drink in einen Tumbler abgeseiht und 4 Tropfen Wacholder-Öl hinzugegeben. Anschließend wird der Negroni auf einem großen doppelt gefrorenen Eiswürfel serviert, in den die Zutaten des Drinks graviert sind.

Golden Decade

Eric Lorincz’ Hommage an die 2000er namens Golden Decade (3 cl Campari, 3 cl London Dry Gin, 2,5 cl Beervermouth) verleihen 3 Tropfen Muskatnuss-Essenz und 1,5 cl Jasmin-Kombucha-Tee die persönliche Note. Alle Zutaten werden verrührt und auf einen großen Eiswürfel in einen Tumbler abgeseiht. Zur Dekoration gibt Lorincz etwas Blütenpollen auf das Eis und huldigt mit dieser Kombination von feinsten Geschmacksnuancen den Veränderungen seiner Branche zur Jahrtausendwende, als Bartender begannen wie Köche zu denken und deren Techniken übernahmen. Plötzlich wurden völlig neue, bis dahin nie denkbare Zutaten wie Avocado, Algen oder Basilikum für Cocktails verwendet und eigene Essenzen und Infusionen hergestellt. Bartending wird seitdem endlich auch als Profession und nicht mehrnur als Nebenjob für Studenten wahrgenommen und hat ein neues Level erreicht – auf diese glanzvolle Dekade dürfen wir mit Eric Lorincz anstoßen.

Mit Stil und Siegel

Es trifft sich gut, dass Siegelringe aktuell wieder angesagt sind, denn sie kommen sowohl beim Servieren als auch beim Probieren eines Drinks besonders schön zur Geltung. Und weil mit dem 100-jährigen Negroni-Jubiläum und den Dekaden-Drinks ebenfalls die Balance zwischen Moderne und Tradition gefeiert wird, hat der Hamburger Schmuck-Designer Jonathan Johnson einen Ring designt, dessen dreiteilige Prägung in Form eines Tumblers aus roter Emaille die einzelnen Bestandteile des Negronis symbolisiert. Die Zahl 100 unter dem Tumbler steht für die vergangenen 100 Jahre. Und, wie sollte es anders sein, der Ring wird in einer limitierten Edition von 100 Stück zur Negroni Week erhältlich sein: als eine Art Erkennungszeichen für alle Fans der verführerischen Kombination von Campari, Wermut und Gin und als Hommage an die Barkeeper und ihre Vielzahl persönlicher Negroni Twists aus den vergangenen zehn Dekaden.

Eva Fürst / Gastroinfoportal

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