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Kaffeesteuer

Kaffeespenden bitte ohne Kaffeesteuer!

Datum: 01.10.2020Quelle: Deutscher Kaffeeverband I Foto: Afrah on Unsplash Ort: Hmaburg

Viele Kaffeeunternehmen beteiligen sich mit eigenen Aktionen rund um Kaffee am „Tag des Kaffees“ und würden gerne mehr Kaffee spenden. Doch der Staat verlangt derzeit bei Kaffeespenden die Zahlung der Kaffeesteuer. Deutschland ist eines der wenigen Länder, das eine Steuer für Kaffee sowie für kaffeehaltige Waren erhebt. Der Steuersatz beträgt für ein Kilogramm Röstkaffee 2,19 Euro und für ein Kilogramm löslichen Kaffee 4,78 Euro. Zusätzlich zur Kaffeesteuer wird die Umsatzsteuer erhoben. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes belief sich das Kaffeesteueraufkommen im Jahr 2019 auf über eine Milliarde Euro.
Der Deutsche Kaffeeverband fordert die Bundesregierung auf, Kaffee von der Steuer zu befreien, wenn dieser an karitative Einrichtungen, wie Tafeln, verschenkt wird.

Kaffeesteuer absurd

„Wenn ein Kaffeeunternehmen seinen Kaffee an Bedürftige spenden will, dann erhebt der Bundesfinanzminister dafür noch Kaffeesteuer und verdient an der Wohltätigkeit der Kaffeespende. Das Steuerrecht setzt damit völlig falsche Anreize: Heute bekommt ein Kaffeeunternehmen die Kaffeesteuer erstattet, wenn es den Kaffee vernichtet. Wird der Kaffee jedoch karitativ verschenkt, dann muss die Steuer von 2,19 Euro je Kilogramm Röstkaffee bezahlt werden. Wegwerfen lohnt sich also, spenden nicht – das ist absurd“, erklärt Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer Deutscher Kaffeeverband. „Wenn die Politik den Kampf gegen Lebensmittelvernichtung ernst meint und Lebensmittelspenden wirklich fördern will, dann kann sie ganz einfach die Kaffeesteuer auf Kaffeespenden abschaffen, dies hätte eine enorme Wirkung.“

Laut Holger Preibisch wäre die Forderung einfach umsetzbar: Gegen Vorlage der Spendenbescheinigung soll der Röster die Steuer erstattet bekommen. Dies würde auch dem Ziel der Bundesregierung gerecht werden, die im Rahmen ihrer „Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung“ die Absicht verfolgt, die Menge der weggeworfenen Lebensmittel bis zum Jahr 2030 zu halbieren.

Übrigens wird diese Forderung auch für fairen Kaffee erhoben.

teo

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