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Kaffee fair machen

Datum: 06.08.2019Quelle: TransFair e.V.; Foto: Unsplash_Tina Guina | Ort: Köln

Die internationalen Kaffeepreise bewegen sich seit Monaten auf extrem niedrigem Niveau. Der Weltmarktpreis für ein Pfund Arabica-Kaffee lag in der ersten Jahreshälfte zeitweise unter 88 US-Cent – ein historischer Tiefststand. Der Preisverfall bedroht die Existenz von Millionen Menschen, die Kaffee anbauen. Um die Kleinbauern stärker zu unterstützen, fordert TransFair e.V. Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, fairen Kaffee zu fördern, die Kaffeesteuer für fairen Kaffee abzuschaffen und die Lebensgrundlagen für Kaffeebauern zu verbessern.

Billigpreise gefährden die Zukunft des Kaffees

163 Liter Kaffee trinken Verbraucher in Deutschland durchschnittlich pro Jahr – mehr als Mineralwasser oder Bier. Das Heißgetränk boomt. Kaffeeliebhaber sprechen vom schwarzen Gold, aber Reichtum bringen die Bohnen den Produzenten nicht: Während die globale Produktion in den vergangenen 15 Jahren um mehr als 20 Prozent gewachsen ist, sind die Einkommen der Produzenten in den letzten Jahren gesunken. „Marktpreise unter einem Dollar decken nicht einmal die Produktionskosten. Wie sollen die Bauern davon ihre Familien ernähren?“, kritisiert Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von TransFair. „Damit die Menschen vom Anbau leben können, brauchen wir dringend politische Rahmenbedingungen, die einen nachhaltigen Kaffeekonsum fördern. Es kann nicht sein, dass diejenigen, die am härtesten arbeiten, am wenigsten bekommen“, so Overath.

Als Nachhaltigkeitsinitiative bietet Fairtrade Produzentenorganisationen einen festen Mindestpreis für Kaffee, der als Sicherheitsnetz bei Preiseinbrüchen dient. Dieser liegt bei 1,40 US-Dollar pro Pfund – etwa 40 Prozent über dem aktuellen Marktpreis. Hinzu kommen weitere 0,20 US-Dollar pro Pfund über die Fairtrade-Prämie, die in Gemeinschaftsprojekte investiert wird sowie 0,40 US-Dollar zusätzlich für Bio-Anbau.

Was bringt eine Abschaffung der Kaffeesteuer?

Eine konkrete Maßnahme, um Landflucht und Klimawandel etwas entgegenzusetzen, wäre laut TransFair, die Abschaffung der Kaffeesteuer für fair gehandelten Kaffee. Aktuell zahlen Verbraucher in Deutschland pro Kilo Röstkaffee eine Steuer von 2,19 Euro – egal ob fair gehandelt oder nicht. Fiele die Kaffeesteuer für faire Bohnen weg, würden diese ähnlich viel kosten wie konventionell angebauter Kaffee. Produzenten könnten dadurch mehr Kaffee unter Fairtrade-Bedingungen verkaufen und besser von ihrem Kaffeeanbau leben.

Florian Harbeck / Gastroinfoportal

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