Helsinki. Finnland ist das erste Land, in dem den Bürgern per Gesetz das Recht auf einen schnellen Internet-Breitbandzugang zugesprochen wird. Mit Anfang Juli kommenden Jahres werden im nordeuropäischen Staat Internetprovider dazu verpflichtet, den insgesamt 5,2 Mio. Menschen im Land eine Webverbindung zur Verfügung zu stellen, die eine Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens einem Megabit pro Sekunde aufweisen muss. Dies ist aber nur der erste Schritt, bis zum Jahr 2015 soll diese Untergrenze kontinuierlich auf 100 Megabit pro Sekunde angehoben werden.
"Ein universeller Zugang zu
Breitband-Internetanschlüssen ist das subjektive Grundrecht jedes
Bürgers", erklärt Laura Vilkkonen, gesetzgebende Beraterin des finnischen
Ministeriums für Transport und Kommunikation, gegenüber CNN. Diese Auffassung
werde mittlerweile auch bei den Vereinten Nationen geteilt, die bereits selbst
einen Vorstoß eingeleitet hätten, um den Zugang zum weltweiten Netzwerk als
Menschenrecht zu definieren. "Wir sind davon überzeugt, dass
Breitbandinternet inzwischen etwas ist, ohne das die Menschen in der heutigen
modernen Gesellschaft nicht mehr leben können. Genauso wie Bankdienste,
Wasserversorgung oder Elektrizität ist eine Internetverbindung Pflicht
geworden", betont Vilkkonen.
Deutschland kämpft weiter
mit Breitbandlücken
"Breitbandanschlüsse
sind heute ein wesentliches Moment für die gesellschaftliche Teilhabe der
Menschen und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen", stellt auch Bernd
Rudolph von der Initiative gegen digitale Spaltung
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im Gespräch fest. Nach wie vor würden aber Mio. von Menschen in
Deutschland nicht über solche Zugänge verfügen. Jahrelang sei das Problem
weitgehend sich selbst überlassen worden. "Die Folgen sind heute nicht zu
übersehen. Ganze Regionen sind von der Breitbandinfrastruktur
abgeschnitten", kritisiert Rudolph. Besonders betroffen von diesem Problem
seien die ländlichen Regionen Deutschlands, in denen die Menschen noch immer
vielfach ohne schnelle Internetzugänge auskommen müssten.
Dass Finnland nun als
erstes Land Breitbandzugänge als Grundrecht der Bürger definiert hat, sei
sicherlich als sehr großer Erfolg zu werten. "Die Finnen durchbrechen mit
diesem Schritt die entsprechenden EU-Richtlinien. Angesichts dieses Vorstoßes
kann man nur hoffen, dass sich die restlichen europäischen Länder -
insbesondere auch Deutschland - an der Entscheidung Finnlands ein Beispiel
nehmen", meint Rudolph, der mit seiner Initiative gegen digitale Spaltung
auch hierzulande weiter für eine staatlich gesicherte Breitband-Grundversorgung
für alle deutschen Bürger kämpfen will.