
Frankfurt/Main. Der Deutschland-Tourismus bilanziert das beste Halbjahresergebnis aller Zeiten. Damit hat er nicht nur das Krisenjahr 2009 hinter sich gelassen, sondern liegt sogar deutlich über dem Niveau des vergleichbaren Zeitraums im bisherigen Rekordjahr 2008. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes zählten die deutschen Beherbergungsbetriebe mit mehr als neun Betten und die Campingplätze im ersten Halbjahr 2010 drei Prozent mehr Übernachtungen als von Januar bis Juni 2009. Insgesamt wurden 166,8 Millionen Gästeübernachtungen registriert (erstes Halbjahr 2009: 162,5 Millionen; erstes Halbjahr 2008: 165,3 Millionen). „Mit plus neun Prozent legten die Übernachtungen ausländischer Gäste besonders stark zu", so Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT). Insgesamt 25,6 Millionen Incoming-Übernachtungen wurden in den ersten sechs Monaten 2010 generiert. Damit konnten die Rückgänge von minus sieben Prozent aus dem Vergleichszeitraum 2009 nicht nur ausgeglichen werden. Vielmehr erzielte der Incoming-Tourismus im ersten Halbjahr 2010 sogar ein reales Wachstum von zwei Prozentpunkten. Allein im Juni 2010 stiegen die ausländischen Übernachtungen um 16 Prozent. „Diese Bilanz zeigt, dass unsere Marketingstrategie auch nachhaltig greift. Mit der weltweiten Preisoffensive konnten wir nicht nur die Kriseneffekte abmildern, sondern auch schnell wieder an das Wachstum von vor der Krise anknüpfen", so Hedorfer. Die DZT hatte seit Anfang 2009 in ihren Marketingaktivitäten konsequent das sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis Deutschlands in den Mittelpunkt gerückt. Zudem hat sich das traditionelle Geschäftsreisesegment sowohl im Incoming- als auch im Inlandstourismus durch gute Wirtschaftsdaten schnell erholt. Der Inlandstourismus insgesamt trug mit einem Übernachtungsplus von zwei Prozent (insgesamt 141,2 Millionen) zum Wachstum im ersten Halbjahr bei. Hoch im Kurs standen vor den eigentlichen Sommermonaten vor allem die Großstädte, in denen die Übernachtungszahlen um neun Prozent zulegten. Ein Blick auf die Betriebsarten zeigt, dass insbesondere die Hotellerie von der zusätzlichen Nachfrage nach dem Reiseland Deutschland profitieren konnte und von Januar bis Juni 2010 ein Plus von vier Prozent verbuchte. Dementsprechend meldet der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit in allen Berufsgruppen der Branche, wobei die Entwicklung laut DEHOGA-Präsident Ernst Fischer bei den Hotelfachleuten besonders erfreulich sei.