
Reston/Götzens. Frauen widmen Social Networks deutlich mehr Zeit als Männer und werden dies in Zukunft sogar noch ausgedehnter tun. Das zeigt eine aktuelle weltweite Untersuchung von comScore. "Der Trend betrifft alle Länder und alle Altersgruppen. Sogar Frauen ab 55 wenden genauso viel Zeit wie junge Frauen für Social Media auf, sobald sie diese einmal für sich entdeckt haben", berichtet Studienautorin Linda Abraham.
Frauen sind die Kontakt-Experten
Der Social-Media-Consulter
Günter Jaritz bestätigt gegenüber pressetext das Ergebnis. "Es reicht dafür schon die
Beobachtung der Freunde und Bekannten, die gerade auf sozialen Netzwerken
online sind. Der Großteil davon ist in der Regel weiblich", so der
Experte. Frauen sind für ihn das kommunikativere und sprachgewandtere
Geschlecht, was sich auch im Online-Verhalten niederschlägt. Die comScore-Studienautoren
bezeichnen es als Problem, dass die meisten Start-Ups von Männern gegründet
werden. "Frauen sollten sich in der Branche proaktiver verhalten, denn die
heutige Technologie bietet große Chancen für Marketing, das gezielt auf Frauen
abgestimmt ist." Auch hier ist Jaritz einer Meinung. "Unternehmen,
die im Social Marketing aktiv sind, sind gut beraten, wenn sie gezielt
weibliche Mitarbeiter suchen. Die flexible Arbeitsweise, die auch von zuhause
aus möglich ist, kommt zudem den Bedürfnissen von Frauen entgegen."
Um ein Drittel länger auf
Facebook
Wie weiblich Facebook und
Co sind, zeigen die Detailergebnisse. Zwar sind nur 48 Prozent der Besucher
(Unique Visitors) Frauen, doch sind diese für 57 Prozent aller Seitenaufrufe
und auch 57 Prozent der insgesamt auf Social-Network-Seiten verbrachten Minuten
verantwortlich. 5,5 Stunden pro Monat verbringen Frauen durchschnittlich mit
virtueller Kontaktaufnahme über soziale Netzwerke, E-Mail und Chat - ein
Drittel mehr als Männer, die dafür nur 3,9 Stunden pro Monat aufwenden. Frauen haben in allen
Kontinenten in Social Media die Nase vorne. Besonders deutlich ist dieser Trend
in Lateinamerika ausgeprägt, wo 94 Prozent der weiblichen Internetnutzer in
diesen Netzwerken aktiv sind - die Männer kommen immerhin auf 92 Prozent.
Soziale Medien sind hier bei Frauen für mehr als die Hälfte der gesamten
Onlinezeit verantwortlich. In Europa beträgt der Wert 86 Prozent (Männer: 80
Prozent), in Ostasien 55 Prozent (Männer: 51 Prozent). Je älter Internetnutzer
sind, desto deutlicher ist der Vorsprung der Frauen.
Auch Tweets unterscheiden
sich
Wofür ein soziales Netzwerk
wie etwa Twitter gut ist, definieren Frauen und Männer zudem ganz anders.
Männer posten eher eigene Tweets, suchen nach Nachrichten, Produktbewertungen
oder folgen ihrem Lieblingsteam im Sport. Frauen unterhalten sich lieber mit
anderen als Männer über den Microblog-Dienst, suchen Sonderangebote und sind
häufiger Follower von Prominenten. (pte, 10.8.2010)