
Neben
erfolgreichen Unternehmern aus Groß- und Einzelhandel kamen auf der
Veranstaltung auch Züchter, Vertreter von Erzeugerorganisationen,
Inhaber von Verarbeitungsunternehmen, Importeure und Marktforscher zu
Wort. Letztlich war die ganze Kette vom Saatgut bis hin zum Konsumenten
vertreten. Über das Konsumklima in Europa wusste Dietmar Pech-Lopatta
nicht viel Positives zu berichten. Ein Trost ist jedoch, dass die
Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfs bislang recht robust blieb. Dies gilt insbesondere für Nahrungsmittel.
Friedhelm Dornseifer (Unternehmensgruppe Dornseifer, Wenden) zeigte, wie
man Obst- und Gemüsekunden mit Premium- und Bio-Inseln, mit langen
Apfelregalen und einem kompetenten Convenience Team gewinnen kann.
Herwig Niggemann (Werner Niggemann GmbH, Bochum) ermunterte die Obst-
und Gemüsewirtschaft, einen prominenteren Platz auf dem Teller der
Verbraucher zu erkämpfen. Der Portbello (Champignon) könne es durchaus
mit dem Steak aufnehmen und auch andere Pilze kommen gut ohne Fleisch
aus. Das Fachgeschäfte wieder Marktanteile erobern,
stößt vor einem deutschen Publikum eher auf ungläubiges Kopfschütteln.
Christian Hutin vom Ctifl in Paris zeigte den Erfolg der grünen Ketten
in Frankreich, die ihren Marktanteil seit 5 Jahren langsam, aber
kontinuierlich ausbauen und inzwischen gut 9 % der Obst- und
Gemüseeinkäufe auf sich vereinigen. Über Chancen und Risiken beim Import
von Bio- und Fairtrade-Bananen nach Europa sprach Mike Port von der
Traditionsfirma Port International aus Hamburg. Absolute Glaubhaftigkeit
und eine lückenlose Kontrolle seien das A und O in diesem Geschäft.
Besondere Anforderungen werden auch an die Logistik gestellt, da man es
mit tausenden kleiner Erzeuger zu tun habe. Dr. Peter von Nahmen von der Obstkelterei von
Nahmen aus Hamminkeln zeigte schließlich wie man auch in der
Verarbeitung mit Regionalität und Herkunft punkten kann, wenn das
Produkt gut ist.
Da der Begriff Regionalität mehrfach zur Sprache kam ließen es sich die internationalen Obstvermarkter nicht nehmen, den Blick der Teilnehmer wieder zu weiten. Denn eine regionale Vermarktung der belgischen Birnen (Filip Lowette, BfV), der Äpfel aus Südtirol (Gerhard Dichgans, VOG) oder der Äpfel aus Neuseeland (Didier Groven, Enza) scheidet aus begreiflichen Gründen aus. Doch weltoffene Konsumenten wollen natürlich in ihrer Auswahl nicht auf das beschränkt bleiben, was im Umkreis von wenigen Kilometern erzeugt wird. Die Inhalte der meisten Referate finden Sie in den nächsten Wochen in der AMI Markt Woche Obst und Gemüse.