Berlin/London. Der mit
großer Spannung erwartete Hotel Price Index HPI des Online-Anbieters Hotels.com
für 2009 hat deutlich gezeigt, dass die weltweiten Hotelpreise im Vergleich zum
Vorjahr um weitere 14 Prozent gesunken sind. "Damit liegt das Preisniveau
so niedrig wie schon seit 2003 nicht mehr", erklärt David Roche, Präsident
von Hotels.com. "Unser HPI weist dennoch auf einen ein Silberstreif am
Horizont im weltweiten Tourismus hin", meint Arne Erichsen, Director of
Market Management Germany Hotels.com. "Die Daten haben
gezeigt, dass sich die Reduktion der Hotelpreise zum Ende des Jahres 2009 im
Vergleich zu 2008 verlangsamte", erklärt der Experte. "Obwohl es nach
ersten Anzeichen einer Erholung der Preisverringerungen aussieht, erwarten die
meisten Hoteliers für 2010 keine wirklich bemerkenswerten Preisanstiege."
Für Reisende bedeute dies, dass es auch in diesem Jahr tolle Angebote gebe
werde.
Asien kommt nur langsam aus
der Krise
"Die Destination, die
den signifikantesten Preisrückgang 2009 im Vergleich zu 2008 zeigte, war
Mittel- und Südamerika", so Erichsen. "Ein Grund hierfür war der
Ausbruch der Schweinegrippe im April 2009, worunter die Hotellerie das ganze
Jahr zu leiden hatte." Auch in Asien sei es zu deutlichen Preissenkungen
gekommen. "Asien schien als letzter von der Krise betroffen zu sein, jetzt
aber auch am langsamsten wieder aus dieser herauszukommen", meint
Erichsen. "In Asien sanken die Preise besonders spät, aber es dauert
scheinbar auch länger, bis sich das Preisniveau wieder erholt hat." Den größten Preisrückgang
gab es in Moskau - hier fielen die Durchschnittszimmerpreise innerhalb eines
Jahres um 41 Prozent - von 258 Euro auf 152 Euro. Damit war Moskau 2009 nicht
mehr die teuerste Stadt der Welt. Massive Preisrückgänge von 32 Prozent gab es
in Mumbai und Beijing. In Neu Dehli fielen die Hotelpreise um 31 Prozent. In
Dubai fiel der Preis für ein Hotelzimmer um 25 Prozent.
Günstige Reisen für
EU-Bürger
Die 2009 von Reisenden aus
Euroländern gezahlten Preise sind im Vergleich zum Vorjahr in nur zwei der
weltweit wichtigsten Städtedestinationen gestiegen. Experten führen dies auf
den globalen Wirtschaftsrückgang zurück, der Hoteliers weltweit zu
Preissenkungen zwang. Für Reisende aus der Euro-Zone waren aufgrund des hohen
Euro-Kurses viele Destinationen so günstig wie seit Jahren nicht mehr. Das weltweit teuerste
Pflaster ist Monte Carlo - mit einem Durchschnittspreis von 177 Euro pro Nacht.
Auch wenn die Preise für Hotelzimmer hier im Jahresvergleich um neun Prozent
sanken, fiel der Rückgang weniger deutlich aus als in vielen anderen Städten.
Abu Dhabi war trotz eines Preisrückgangs um 13 Prozent teuerstes
nichteuropäisches Reiseziel. Rio de Janeiro konnte als einzige der zehn
teuersten Städte einen Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr verzeichnen.
New York und London als
Gewinner
"Ein Gewinner des
Jahres 2009 war definitiv New York. Allen Erwartungen zum Trotz sank die Zahl
der Besucher des Big Apple bei weitem nicht so deutlich, wie angenommen",
kommentiert Erichsen. "Sowohl ausländische als auch einheimische Touristen
nutzen die Chance, diese Weltmetropole zu besonders günstigen Preisen zu
besuchen." Dadurch konnte die Auslastung relativ hoch gehalten werden,
obwohl es viele weitere Hotelzimmer in der Stadt gab. In Manhattan sind in den
vergangenen zwölf Monaten rund 4.000 weitere Hotelbetten hinzugekommen. "Ein weiterer Gewinner
war London", so Erichsen. Das sei besonders in der zweiten Jahreshälfte,
in der viele Touristen aus dem Mittleren Osten und Europa von dem schwachen
Pfund, den günstigen Hotelzimmerpreisen und vielen kostenlosen
Unterhaltungsangeboten profitierten, feststellbar gewesen.(pte)