
Japan: Preise in Osaka steigen um über 50 %, Tokio und Kyoto im Minus
Ein Erdbeben erschütterte am 11. März 2011 Japan. Es folgten ein Tsunami und eine nukleare Katastrophe. Nachdem der Tourismus zunächst fast vollständig zum Erliegen gekommen war, lag das Besucherminus im Mai 2011 laut der nationalen japanischen Tourismusorganisation JNTO im Vergleich zum Vorjahr bei rund 50 %.
Auch an Tokio ist die Katastrophe nicht spurlos vorbeigegangen. Dies wirkt sich auch auf die Zimmerpreise der Hotels in der japanischen Hauptstadt aus. Die Preise für ein Hotelzimmer in Tokio fielen in den vergangenen sechs Monaten um 11 % auf durchschnittlich 102,04 € pro Nacht. Im Vorjahreszeitraum mussten Hotelgäste noch durchschnittlich 114,26 € pro Zimmer zahlen. In Kyoto, das südwestlich von Tokio und damit noch weiter von Fukushima entfernt liegt, hat man ebenfalls unter dem Ausbleiben von Touristen gelitten. In Kyoto gaben die Preise für ein Hotelzimmer im vergangenen halben Jahr um knapp 12 % auf durchschnittlich 112,36 € nach.
Die Hotels im weiter südlich gelegenen Osaka, das vom Erdbeben verschont blieb und weit weg von Fukushima liegt, litten weniger unter der Katastrophe, denn viele Japaner sind in den Süden des Landes geflüchtet. Auch Touristen und Geschäftsreisende sind auf südliche Regionen Japans ausgewichen. So stiegen die Zimmerpreise im ohnehin als teuer geltenden Osaka im vergangenen halben Jahr auf durchschnittlich 161,86 € pro Nacht. Das sind rund 50 % mehr als im vergleichbaren Vorjahrszeitraum.
Die Katastrophenregion rund um die Atomanlagen von Fukushima und die nördliche Küstenregion waren auch vor der Katastrophe kein touristisches Ziel - weder bei Strandurlaubern noch bei Geschäftsreisenden.
Asiatische Metropolen: Überwiegend Preisrückgang, Hongkong profitiert
Auch in vielen anderen asiatischen Metropolen außerhalb Japans sanken die durchschnittlichen Zimmerpreise in den vergangenen sechs Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bei den untersuchten Städten verzeichneten nur Singapur und Hongkong steigende Zimmerpreise im vergangenen halben Jahr. Mit einem Preisanstieg von vier Prozent auf durchschnittlich 134 € zeigt sich die Hotelpreis-Entwicklung in Singapur. Nach Osaka waren die Hotels in dem südostasiatischen Stadtstaat in den vergangenen sechs Monaten am teuersten. In der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong mussten Hotelgäste seit Mitte März im Durchschnitt rund 110 € pro Zimmer zahlen, sechs Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Viele Unternehmen verlagerten nach der Naturkatastrophe in Japan ihren asiatischen Firmensitz zumindest zeitweise von Tokio nach Hongkong, was zu einer deutlichen Zunahme von Geschäftsreisen in die ehemalige britische Kronkolonie führte. Hongkong behauptet damit den Spitzenplatz unter den chinesischen Metropolen.
Bei den untersuchten asiatischen Städten verzeichnete Kuala Lumpur, die Hauptstadt Malaysias, mit über 11 % das deutlichste Minus bei den Zimmerpreisen. Einen ähnlich starken Preisrückgang von mehr als neun Prozent mussten Hoteliers in Peking und Shanghai hinnehmen. Durchschnittlich 50,62 € zahlten Hotelgäste in der chinesischen Hauptstadt nach dem 11. März 2011 für ein Zimmer, im Vorjahreszeitraum waren es noch 56,15 € gewesen. In Shanghai sank der durchschnittliche Zimmerpreis im selben Betrachtungszeitraum von 64,97 € auf 58,91 €. Ebenfalls rückläufig waren die Hotelpreise in den Hauptstädten Seoul, Bangkok, Taipeh und Hanoi, die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwischen drei und sieben Prozent nachgaben. Auch wenn in diesen Ländern keine erhöhten radioaktiven Strahlungswerte festgestellt wurden, verzichteten vor allem viele ausländische Geschäftsreisende und Urlauber unmittelbar nach der Katastrophe auf ihre ursprünglich geplanten Asien-Reisen.
hel/Redaktion FIRST CLASS