Zürich. Der Schweizer
Tourismus hat das Krisenjahr 2009 glimpflich überstanden. Zwar verzeichneten
die eidgenössischen Hotelbetreiber nach Angaben des Hotelier-Dachverbands
hotelleriesuissedeutlich
rückläufige Nächtigungszahlen. Schon Ende des Vorjahres setzte jedoch die
Erholung ein. Im Dezember verbuchte die Branche dem Bundesamt für Statistik
zufolge mit dem zweitbesten Dezember seit 1934 beinahe einen neuen Rekord an
Übernachtungen. Gerade in den ersten neun Monaten gab hingegen die
Wirtschaftskrise den Ton an. "Wir sind mit einem
blauen Auge davongekommen", heißt es von hotelleriesuisse gegenüber
pressetext. Insgesamt schrumpften die Hotellogiernächte im Vorjahr um 4,7
Prozent. Besonders deutlich war der Rückgang ausländischer Gäste spürbar. Bei
20,16 Mio. Übernachtungen belief sich dieser auf 6,2 Prozent. Schweizer
Touristen generierten mit 15,42 Mio. Nächtigungen hingegen nur ein Minus von
2,5 Prozent. Dabei steht 2009 in direktem Vergleich zum Rekordjahr 2008. Den
Folgen der Wirtschaftskrise hätten die Schweizer Hoteliers somit insgesamt
standgehalten.
"Hochkosteninsel
Schweiz"
Anders als
exportorientierte Branchen zeigte sich die Tourismusbranche relativ krisenfest
und setzte auf Expansion. Das Investitionsvolumen bei Hotel- und
Restaurantbauten stieg um 10,9 Prozent auf über eine Mrd. Franken. Dies sei
dank der starken Entschuldung aus den Vorjahren möglich gewesen. Ab der zweiten
Hälfte 2009 schnitten besonders die Schweizer Städte Basel, Bern, Genf,
Lausanne und Zürich gut ab. Sie hatten zuvor jedoch "überdurchschnittlich
hohe Einbrüche" verzeichnet. Am stärksten litt neben nicht klassierten
Betrieben die Luxusklasse mit fünf Sternen. Sie musste einen Rückgang von 5,9
Prozent hinnehmen. In Zukunft steht die
Schweizer Hotellerie nach Angaben des Verbandes weiterhin vor großen
Herausforderungen. Hohe Lohn- und Warenkosten ließen den Betreibern bei
international hohem Preisdruck nur wenig Spielraum bei der Preisgestaltung. Die
Bekämpfung der "Hochkosteninsel Schweiz" bleibe somit ein wichtiges
Thema.