
Berlin. Am Freitag wollen die Adlon-Anleger über eine Auswechslung des Fondsgeschäftsführers abstimmen lassen. Fundus-Chef Anno August Jagdfeld legte jüngst auf sechs Informationsveranstaltungen für Anleger des Fundus-Fonds Nr. 31 (Hotel Adlon) Anlegern dar, warum er keinesfalls abgewählt werden, sondern Geschäftsführer des Fonds bleiben sollte. Dabei berichtete er auch, dass eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, ihn bezüglich seiner Geschäftsführung beim Adlon-Fonds "von sämtlichen Vorwürfen entlastet" habe. Entzündet hatte sich der Unmut in der Anlegerschaft an der wirtschaftlichen Entwicklung des Adlon Fonds. Mehrfach schon gab es keine Ausschüttungen. Dies liegt aber nicht daran, dass wohlhabende Gäste zunehmend einen großen Bogen um das Luxushotel machen. Der Hotelbetrieb unter dem Management der Kempinski-Gruppe lässt kaum etwas zu wünschen übrig. Es ist vielmehr ein Anbau im hinteren Teil des Gebäudes mit Gastronomieflächen und einem Spa-Bereich, der nachträglich von den Fondseignern gebilligt wurde, sich aber als Ballast erwiesen hat. Die Mieteinnahmen fallen geringer aus als erwartet. Jagdfeld beklagte sich in diesem Zusammenhang vor allem über „die Kampagne von Herrn Rechtsanwalt Fritsch", dessen Vorwürfe „grund- und haltlos" seien. „Mit objektiven Falschbehauptungen und gezielten Irreführungen hat Herr Fritsch etliche Adlon-Anleger erheblich verunsichert. Viele haben das zwar inzwischen durchschaut. Diese Verunsicherung möchte ich aber allen Anlegern auf den Informationsveranstaltungen nehmen", so Jagdfeld in dem Schreiben vom 17. Juli an seine Anleger. „Es ist Zeit, dass die Anleger aus erster Hand erfahren, wer die Zukunft der bekanntesten Hotelimmobilie in Deutschland vorsätzlich aufs Spiel setzt", erklärt Jagdfeld, der den Wiederaufbau des berühmtesten Berliner Hotels Mitte der 1990er Jahre auf den Weg gebracht und umgesetzt hat. Die Motive für die Kampagne liegen auf der Hand: Bei einem Kassenstand von mehr als € 15 Mio. ist der Adlon-Fonds ein lukratives Objekt. Jagdfeld weiter: „Ich fühle mich den Anlegern gegenüber in der Pflicht, sie vor unabsehbarem Schaden für ihre Kapitalanlage und für das Adlon zu bewahren." Fazit: Jagdfeld wird sein Berliner Lieblingsprojekt, nicht kampflos aufgeben.
mp, Rb Berlin