
Fragt man die Menschen in Deutschland nach ihren persönlichen Erinnerungen an die eigene Schulzeit, so fallen diese bei fast zwei Drittel (64,7%) eher oder sogar sehr positiv aus. Nur 13 von 100 Befragten (13,0%) haben überwiegend negative Erinnerungen, wobei es den Männern dabei offensichtlich etwas besser erging: 16,2% der befragten Schülerinnen erinnern sich negativ, bei den männlichen Schulkameraden sind es nur 9,7%.
Dass der eigene Schulbesuch eine gute Vorbereitung auf das spätere Leben war, meint fast die Hälfte der hier Befragten (49,2%). Fast ein Viertel (24,5%) ist der gegenteiligen Meinung und wurde durch die Schule weniger oder überhaupt nicht gut auf das Leben vorbereitet. Wer heutzutage die Schulbank drückt, hat es nach Ansicht der für diese Studie befragten Mitglieder des Online-Access-Panels von Marketagent.com aber noch schlechter erwischt: Mehr als 44 von 100 Befragten (44,1%) bewerten die Vorbereitung heutiger Schüler auf das Leben nach der Schule als negativ, nur gut drei von zehn (31,5%) geben ein positives Urteil ab. Insbesondere die etwas älteren Befragten stellen der heutigen Schule kein gutes Zeugnis aus: Nur 1,6% aller Befragten über 50 Jahre bewerten die Vorbereitung der heutigen Jugendlichen auf das Leben als „sehr gut", 13,7% dagegen als „überhaupt nicht gut".
Woran liegt's letztendlich, ob auf der Schulbank etwas für das Leben erlernt wurde? Üblicherweise wird die Lehrerschaft dafür verantwortlich gemacht. Und die hat es nach Ansicht von 26,1% aller Befragten schwer bei ihren Bemühungen. Auf die Frage, welche Eigenschaften und Aussagen auf die derzeit in Deutschland tätigen Lehrerinnen und Lehrer zuträfen, antworteten außerdem 19,6% mit „überfordert" und 17,7% mit „Lehrer haben viel Freizeit". Fachliche Kompetenz schreibt nur gut jeder Zehnte (11,2%) von Marketagent.com Befragte den Lehrern zu, „Begeisterungsfähigkeit" attestiert gar nur jeder Zwanzigste (5,2%), nur ein paar mehr (5,9%) assoziieren die Eigenschaft „streng" mit dem heutigen Lehrkörper.
Das aktuell intensiv diskutierte Thema „Sitzenbleiben", das die einzelnen Bundesländer unterschiedlich regeln und vereinzelt derzeit reformieren, interessierte die Marktforscher von Marketagent.com ebenfalls: Eine deutliche Mehrheit von 57,1% aller Befragten ist der Meinung, das verpflichtende Wiederholen einer Jahrgangsstufe bei Nichterreichen des Klassenziels solle eher nicht bzw. auf keinen Fall abgeschafft werden. Knapp halb so viele (22,5%) sprechen sich hingegen - zumindest eher - für die Abschaffung aus.
Wichtigstes Argument der Befürworter des „Sitzenbleibens" ist für ein Drittel (33,5%) die Möglichkeit, auf diesem Weg fehlende Kenntnisse in betroffenen Fächern wieder aufholen zu können, nur 13,6% sagen „Strafe muss sein" und möchten daher weiterhin Schüler am Ende eines Schuljahres durchfallen sehen.
Für 19 von 100 Befragten (19,0%) ist die Problematik, dass Jugendliche aus ihrem gewohnten sozialen Umfeld gerissen werden, wenn sie eine Klasse wiederholen müssen, zentraler Grund, die schulischen „Ehrenrunden" abzuschaffen. Das in der Politik - zumindest hinter vorgehaltener Hand - genannte Argument, dass Sitzenbleiber dem Staat zusätzliche Kosten verursachen, ist nur für gut ein Zehntel (10,4%) der Befragten ein Argument diese schulische Gesetzmäßigkeit flächendeckend zu verändern.
Marketagent.com bat die Befragungsteilnehmer abschließend noch, einmal selbst in die Rolle des Bewertenden zu schlüpfen und dem Schulsystem in ihrem Bundesland eine Note zu erteilen. Das Gesamtergebnis für ganz Deutschland lautet „noch befriedigend". Mit einem Durchschnittswert von 3,25 besteht zwar keine Versetzungsgefahr, aber bei entsprechenden Bemühungen scheint eine Verbesserung dieser Zensur durchaus im Bereich des Möglichen.
hel/Redaktion Schulverpflegung