
Frankfurt am Main. Der Juli hat dem Deutschland-Tourismus erfreuliche Zahlen beschert: Mit 7,1 Millionen Ausländerübernachtungen in Beherbergungsbetrieben mit mehr als neun Betten und auf Campingplätzen liegt das deutsche Incoming nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nur noch 2,3 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Zuwächse um 4,8 Prozent vermelden die Statistiker aus dem wichtigsten Überseemarkt, den USA: Mit 508.300 Übernachtungen zeigt dieser Markt zum ersten Mal seit April 2008 wieder eine positive Tendenz. Im Jahresverlauf hat sich das Minus aus dem Ausland damit auf 6,1 Prozent abgeschwächt. „Die Sommersaison, in der rund 25 Prozent des Deutschland-Tourismus generiert werden, hat auch für das Incoming einen äußerst erfreulichen Anfang genommen. Damit haben die Gesamtübernachtungen zurzeit ungefähr den Stand des Vorjahres erreicht. Auch wenn wir die Nachwirkungen der Krise weiterhin spüren werden, zeigt sich hier bereits die gute Wettbewerbsfähigkeit des Deutschland-Tourismus im In- und Ausland", so Ernst Hinsken, Beauftragter der Bundesregierung für Tourismus. Ein positives Zeichen für die weitere Entwicklung der Hauptsaison geben die Passagierzahlen der deutschen Flughäfen: Die Arbeitsgemeinschaft deutscher Flughäfen zählte im August nur rund 2,7 Prozent weniger Fluggäste als im Vorjahresmonat. „Auch wenn es sicher zu früh ist, von einer Trendwende zu reden, ist die Erholung der Zahlen, besonders natürlich aus den USA, ein wichtiges Signal für das deutsche Incoming", so Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT). „Zudem zeigt sich erneut, dass die wirtschaftliche Krise besonders die Geschäftsreisen betrifft. In den Sommermonaten wird der Tourismus stärker von den Urlaubsreisen bestimmt. Hier präsentiert sich das Reiseland Deutschland als attraktive Destination mit einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis, das die DZT weltweit mit ihrer Kampagne ‚Affordable Hospitality‘ bewirbt."
Positive Tendenzen vermelden auch viele Nachbarländer Deutschlands: So wurden zum Beispiel aus Belgien (plus 8,5 Prozent), der Schweiz (plus 7,2 Prozent), Dänemark (plus 7,1 Prozent) und Österreich (plus 3,5) im Juli mehr Übernachtungen gezählt als im Vorjahresmonat. Insgesamt zeigen damit sieben der zehn wichtigsten Auslandsmärkte zum Beginn der Sommersaison Zuwächse gegenüber Juli 2008. Bei den Zielen ist die Entwicklung uneinheitlich: Während die beliebtesten Städte Berlin (plus 9,9 Prozent) und Hamburg (plus 9,5 Prozent) weitere Zuwächse verzeichnen, endete der Juli für das an dritter Stelle platzierte München mit einem Minus von 2,1 Prozent.