
Die Entwicklung der Nächtigungen zeigt, dass Österreich dem deutschen Nachbarn hier hinterherhinkt: Während Deutschland mit einem Rückgang von 0,4 % beinahe ausgeglichen bilanziert, freut man sich in Österreich über ein Minus von 2,3 %. Mit der Mehrwertsteuersenkung baut Deutschland den Wettbewerbsvorsprung aus: Damit können die Hotels über attraktivere Preise Marktanteile erobern oder investieren, ohne an die Substanz gehen zu müssen. "Bisher haben wir davon profitiert, dass Deutschland fast doppelt soviel Mehrwertsteuer kassiert. Dieser Vorteil ist jetzt bald Geschichte", bedauert Schellhorn.
Eine Untersuchung der BDO Auxilia zeigt, dass eine Mehrwertsteuersenkung entgegen anderslautenden Behauptungen EU-rechtlich möglich wäre. "Diese Analyse zeigt auf, dass wir unseren steuerpolitischen Gestaltungsspielraum nicht ausschöpfen. Die EU erlaubt einen weiteren reduzierten Mehrwertsteuersatz von 5 %. Wir stellen diese Studie den zuständigen Stellen gerne zur Verfügung", erklärt Peer. Dass hier Nachholbedarf herrscht, zeigt der Vergleich mit anderen tourismusintensiven Ländern: In Spanien beträgt die Mehrwertsteuer auf Logis 7 %, in Frankreich 5,5 %, in Portugal 5 %, in der Schweiz 3,8 % und in Luxemburg 3 %.
Eine Kurzfassung der BDO-Studie zur Mehrwertsteuersenkung steht zum Download zur Verfügung.