
Berlin. Die Klagen über fehlende Auszubildende und Fachkräfte werden immer lauter, aber die Schwächen der Ausbildung werden in einigen Bereichen nicht beseitigt. Zu diesem Ergebnis kommt der diesjährige Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Im Ranking der 25 häufigsten Ausbildungsberufe hat sich wenig verändert. Die besten Beurteilungen für die Qualität der eigenen Ausbildung gab es erneut von angehenden Bank- und Industriekaufleuten sowie Mechatronikern. Auf den letzten drei Rängen sind wie im Vorjahr die Ausbildungsgänge für Fachverkäufer/innen im Lebensmittelhandwerk, Restaurant- und Hotelfachleute gelandet. Die rote Laterne bleibt damit beim Hotel- und Gaststättengewerbe. „Das schlechte Abschneiden des Hotelgewerbes und der Gastronomie ist kein Zufall", erklärte René Rudolf, Bundesjugendsekretär beim DGB. Schließlich müssten zwei Drittel der Auszubildenden in der Hotel- und Gastronomiebranche regelmäßig Überstunden machen, durchschnittlich 8 und 9 Stunden pro Woche. Gleichzeitig herrsche häufig ein rauer Umgangston, bei oft schlechter Betreuung durch die Ausbilder. „Bei diesen Auszubildenden herrscht das Gefühl vor, dass sie als billige Arbeitskraft ausgenutzt werden", so Rudolf. Gerade die Arbeitgeber in der Hotel- und Gastronomiebranche hatten in den letzten Jahren vehement eine Aufweichung des Jugendarbeitsschutzgesetzes gefordert. Sie wollten eine Lockerung der Schutzregelungen für junge Menschen erreichen, damit diese bis spät in die Nacht arbeiten dürfen. Die Bund- Länder-Arbeitsgruppe zur Überprüfung des Jugendarbeitsschutzgesetzes hat dieser Forderung allerdings eine klare Absage erteilt. „Hoffentlich ist diese Diskussion damit endgültig vom Tisch und die zuständigen Behörden kümmern sich stärker um die Verstöße gegen das Gesetz", forderte Rudolf. Denn laut Ausbildungsbericht hat fast jeder fünfte der unter 18-jährigen Auszubildenden (18 Prozent) regelmäßig länger als die gesetzlich erlaubten 40 Stunden in der Woche arbeiten müssen.
Ausbildungsreport 2011 ( pdf, 614 kB) - Medialink
mp, RbB