Wien. Handgeformtes Brot
ist eine Spezialität vom handwerklichen Bäcker. Brot und Gebäck sind edle
Grundnahrungsmittel, die von meisterlicher Hand hergestellt werden. Der lokale
Bäcker ist aber weit mehr als nur Lieferant von Lebensmittel. In der
Dorfgemeinschaft ist er ein wichtiger Kommunikationsmittelpunkt und er steht
nicht nur für die bessere Qualität der Lebensmittel, sondern insgesamt für eine
bessere Lebensqualität im Ort.
Vor einigen Jahrzehnten
waren die Gemeinden in der Buckligen Welt noch weitgehend autark. Fast alle
Güter, die man zum täglichen Leben benötigt hatte, wurden entweder in der
eigenen Hauswirtschaft produziert, oder man konnte sie bei einem Greißler im
Ort oder bei einem anderen Handwerker im Nachbardorf erwerben. Doch auch in den
Dörfern dieser Region hat sich in den vergangenen Jahren viel geändert.
"Die Zahl der Bäcker ist sicher zurückgegangen", meint Friedrich
Trimmel, Regionsobmann der Buckligen Welt-Wechselland. "Wir haben mit der
Initiative 'So gut schmeckt die Bucklige Welt' ein Projekt gestartet, um die
Bedeutung der lokalen Bäcker hervorzuheben." Denn der Bäcker im Ort habe
etwas zu bieten, das es in den Märkten der Handelsketten nicht gibt.
In den vergangenen Jahren
hat sich in der Region Bucklige Welt einiges getan, wie Trimmel bestätigt. In
den meisten größeren Ortschaften der insgesamt 32 Gemeinden im Verbund gebe es
wieder Bäcker. "Auch jüngere haben das Bäckerhandwerk erlernt und Betriebe
übernommen", so der Obmann. So wurde etwa die erfolgreiche junge Bäckerin
Denis Pölzlbauer für ihre Leistungen mit einem Preis ausgezeichnet. Die
Bäckerei Bernhard ist weit über die Ortsgrenzen hinaus für ihr gelebtes
Traditionsbackwerk bekannt. Sie beliefern Ortschaften im Umkreis von 15 bis 20
Kilometer rund um Bromberg. "Wir produzieren etwas anderes als die ganzen
Großhandelsketten", meint Bäckermeister Kurt Birnbauer. Dafür arbeitet der
Handwerker allerdings sieben Tage die Woche. "Wir bieten dem Kunden ein
Rundum-Service und machen daher alles." Rund 30 Brot- und
Gebäcksorten stellt Birnbauer täglich her. Viele der Brotrezepte hat er von
seinem Schwiegervater übernommen. "Die alten Rezepte sind immer noch die
besten", erklärt er. Die Bäcker von früher hätten genau gewusst, was sie
tun. Auch kennt Birnbauer alle Lieferanten, die ihm seine Zutaten für das
Backwerk liefern. "Das Mehl kommt von einer Mühle, die 20 Kilometer vom
Betrieb entfernt ist. Und alle Bauern in der Umgebung vermahlen hier ihr
Getreide", erklärt der Bäckermeister. Dass man hinter seinem Betrieb
steht, sei eine Grundvoraussetzung für den Erfolg. "Wenn man sich bemüht,
bekommt man das vom Kunden zurück", weiß Birnbauer, der den Betrieb seit
2000 führt. Die Qualität müsse immer stimmen.
Als Zeichen der
handwerklichen Sorgfalt kennzeichnet Birnbauer viele seiner Brote mit
"AB", den Anfangsbuchstaben seines Schwiegervaters, Albin Bernhard.
"Weil Brot einfach mehr ist als eine reine Handelsware", meint der
Bäcker. Brot sei ein wichtiger Bestandteil der täglichen Nahrung. "Und
dafür dürfen nur die besten Zutaten verwendet werden."
Die Bundesinnung der Bäcker
und die Lebensmittelakademie des österreichischen Gewerbes
http://www.lmakademie.at
möchte im Rahmen der Brot- und Wurstwoche die Kunden stärker für das
meisterliche Handwerk und die Regionalität der Produkte sensibilisieren.