
Wissenswertes zu Oshogatsu
Zum Brauchtum gehört Osoji. Es ist eine ganz wichtige Handlung in der Zeit vor dem Oshogatsu. Das Haus wird vom „Schmutz" des abgelaufenen Jahres befreit und für das neue Jahr auf Hochglanz gebracht. Vergleichbar mit dem „Frühjahrsputz" in den westlichen Kulturen.
Oshogatsu wird dann drei Tage lang ausgiebig gefeiert. Zu den traditionellen Speisen an Neujahr gehört Mochi. Dabei wird, vor dem ersten Januar gekochter, Klebereis in einer Schüssel von einer Person mit Wasser beträufelt und von einer anderen mit einem hölzernen Schlegel solange geklopft, bis ein homogener Kloß entstanden ist. Dieser Kloß, oft Reiskuchen genannt, wird dann in den ersten Januartagen verzehrt.
Osechi ist der Name des traditionellen japanischen Essens, das zu den Neujahrsfeierlichkeiten gehört, wie man sie aus Europa und den westlichen Kulturen kennt - nur eben typisch japanisch. Zum Osechi gehört Konbu, das sind gekochte Algen. Mit dabei Kamaboko, das sind Fischküchlein, Kurikinton, gestampfte Süßkartoffeln mit Kastanien, oder Kuromane, gesüßte schwarze Soaybohnen. Alle Gerichte, die zu einem Osechi gehören, sind so gewürzt, dass sie sich über mehrere Tage aufbewahren lassen. Das stammt aus einer Zeit, als es noch keine Kühlschränke gab und die Geschäfte über die Feiertage geschlossen waren.
Toshigami ist die Shinto-Gottheit der jeweils kommenden 12 Monate. Von ihr erbitten die Japaner Glück, Zufriedenheit, Gesundheit und eine reichliche Ernte. Toshigami bezeichnet aber auch die Geister der Vorfahren.
Am Vorabend des Oshogatsu läuten die Glocken der Tempel 108 mal. Damit sollen die Sünden des zurückliegenden Jahres vergeben und die Menschen vor Verfehlungen im Neuen Jahr bewahrt werden. Nach dem Glockenläuten gönnt man sich üppige Mahlzeiten mit Soba-Nudeln.
Zu Neujahr wird der Hauseingang traditionell mit Zweigen (ursprünglich Pinienzweigen) geschmückt. Diese Dekoration heißt daher Kadomatsu und soll die Geister der Ahnen und die Gottheiten der Ernte milde und gütig stimmen. Dann ist es für japanische Kinder endlich soweit: am 1. Januar ist Otoshidama. Vergleichbar mit Weihnachten gibt es an Otoshidama Geldgeschenke, gesammelt von den nächsten Verwandten, wie Eltern und Großeltern oder Onkeln und Tanten. Je nach Größe und Wohlstand der Familie sammeln sich stattliche Beträge in den prächtig geschmückten Umschlägen. Und mancher Erwachsene denkt an seine Kindertage zurück: ...wenn ich noch mal jung wär'!
mp, RbB