
Palmöl ist allgegenwärtig, auch wenn die wenigsten von uns es wissen. „Während einer Studie haben wir festgestellt, dass in mehr als 40 % aller Lebensmittel zum Teil Palmöl enthalten ist", erklärt Peter Matthes, Verkaufsleiter Margarine & Fette Food Service von Vandemoortele. Der Grund: Palmöl ist das mit Abstand billigste Pflanzenöl auf dem Weltmarkt. Aufgrund seiner chemischen Eigenschaften ist es in der Lebensmittel- und Chemieindustrie vielseitig einsetzbar - von der TK-Pizza bis zum Schokoriegel, in Wasch- und Reinigungsmitteln, in Kosmetik oder im Biodiesel. Selbst im Blockheizkraftwerk: Seit der Novellierung des Erneuerbaren Energie Gesetzes (EEG) 2004 wir massenhaft Palmöl in Deutschland verbrannt. 2008 wurden 450.000 t Palmöl in den 1.000 deutschen Blockheizkraftwerken verfeuert, das entspricht 47 % des bei uns verbrauchten Palmöls. Ein weiteres Problem: über das EEG wird dies zudem mit bis zu 0,19 E pro kWh subventioniert.
Im vergangenen Jahr wurden 53 Mio. t Palmöl produziert, zwei Drittel davon flossen in die Lebensmittelindustrie. Die Verbraucher erfahren dies nicht immer, bisher wird Palmöl meist versteckt als „pflanzliches Öl" angegeben. Ändern könnte das - zumindest in ferner Zukunft - die seit Juni 2011 gültige Kennzeichnungspflicht der EU (vgl. Recht so?!), d. h. bei Fetten muss in Zukunft in Klammern angegeben werden, um welches Öl es sich handelt. Die neue Verordnung wird voraussichtlich noch im Jahr 2011 in Kraft treten. Allerdings müssen Hersteller die Regelung erst innerhalb von drei Jahren anwenden.
Plantagen contra Urwald
„Palmöl gehört zu den umstrittensten agrarischen Rohstoffen", weiß Petra Sprick, Geschäftsführerin des Verbands der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland, OVID. Mit seinen extrem hohen Hektarerträgen könne Palmöl einen Großteil des bestehenden und vor allem wachsenden Bedarfs an Ölen und Fetten der Weltbevölkerung auf vergleichsweise geringer Fläche decken. „Voraussetzung dafür ist aus unserer Sicht allerdings eine nachhaltige Produktion." In der Realität steht der Umweltschutz nicht immer im Vordergrund. Umwelt- und Sozialorganisationen beanstanden regelmäßig, dass Palmplantagen Urwaldgebiete, Regenwälder und Torfmoore verdrängen und durch die Abholzung die Lebensräume von Tieren und Menschen bedroht sind.
Nachhaltiges Markenzeichen
2004 wurde auf Initiative des WWF zusammen mit den größten Palmölerzeugern und -verbrauchern der „Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl", Round Table on Sustainable Palm Oil (RSPO), gegründet. Der weltweit operierende Verein hat sich zum Ziel gesetzt, die ökologisch verantwortungsbewusste Produktion von Palmöl ohne Schädigung der natürlichen Lebensräume zu fördern. Der RSPO setzt sich derzeit aus fast 500 Mitgliedern zusammen, darunter vor allem Palmölproduzenten, Händler, Industrieunternehmen und Banken sowie wenige Umwelt- und Sozialorganisationen. Im November 2007 traten die RSPO-Prinzipien - Regeln und Zertifizierungskriterien - für die nachhaltige Produktion von Palmöl in Kraft. Seit September 2008 ist RSPO-zertifiziertes Palmöl auf dem Markt verfügbar. Zu diesem Zeitpunkt zeigten die weltgrößten Verbraucher, China und Indien, wenig Interesse daran, da zudem der Preis dafür etwa 8-15 % über dem für nicht-zertifiziertes Palmöl lag. Jährlich werden heute ca. 4,9 Mio. t RSPO-zertifiziertes Palmöl produziert - ca. 10 % der Gesamtproduktion. Seit Juni 2011 können Lebensmittelhersteller und Handel das neue Markenzeichen für nachhaltiges Palmöl beim RSPO beantragen. Der RSPO verspricht sich von der Kennzeichnung eine Steigerung der Nachfrage nach nachhaltigem Palmöl, da Unternehmen nun auf ihr Engagement in diesem Bereich aufmerksam machen können.
Maßnahmen der Industrie
Seit 2008 setzt sich OVID, der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland, als Mitglied des RSPO für eine nachhaltige Landwirtschaft und gegen die Abholzung von Regenwäldern und die Trockenlegung von Torfmooren beim Anbau von Ölsaaten ein. Weitere Mitglieder des RSPO aus der Lebensmittelindustrie sind z. B. Aviko, Nestlé Deutschland, Unilever, Vandemoortele und Vortella Lebensmittelwerk W. Vortemeyer. „Mit unserem Beitritt zielen wir vor allem auf unsere Volumen im Foodservice in den Niederlanden, Deutschland und Österreich ab, die einen wesentlichen Teil unseres Gesamtgeschäfts darstellen. Unsere Mitgliedschaft basiert auf dem Book-&-Claim-Konzept. Das bedeutet, dass wir die nachhaltige Produktion von Palmöl in Ursprungsländern wie Malaysia und Indonesien fördern. Wir streben danach, bis 2015 ausschließlich 100 % RSPO-zertifiziertes Palmöl zu verarbeiten", erklärt Jan van Wilsem, General Sales Manager Foodservice von Aviko.
Unternehmen wie Develey, Frosta Foodservice, Bonduelle und Wiesenhof geben an, bei der eigenen Produktion kein Palmöl einzusetzen. „Als Öle verwenden wir hauptsächlich Sonnenblumen- oder Rapsöl", erklärt Fabienne Balada, Senior Productmanager Germany, Austria & Switzerland von Bonduelle. Die Mayonnaisen, Salatcremes und Feinkostsaucen von Develey werden aus Soja-, Raps- und Sonnenblumenöl hergestellt. Dass eventuelle Palmölbestandteile in den gewürzten und marinierten Wiesenhof-Produkten nicht aus der eigenen Produktion, sondern durch zusammengesetzte Zutaten anderer Hersteller stammen, bestätigt Nicole Blömer, Zentrales Marketing von Wiesenhof. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Palmöl als technologischer Hilfsstoff mit einem Anteil unter 1 % im pflanzlichen Fett beinhaltet ist. Wir haben aber unsere Lieferanten erneut in die Pflicht genommen, dass die an uns gelieferten Zutaten künftig keine Palmfette oder -öle enthalten sollen", fügt sie hinzu.
Um mehr Transparenz zu schaffen, hat die Interessengruppe Borneo Orang-Utan-Hilfe Anfang Juli 2011 die „Weiße Liste Palmöl" herausgebracht. Sie zeichnet Produkte oder Hersteller aus, die komplett auf die Zusatzstoffe Palmfett, Palmöl oder Palmkernöl verzichten. Zudem werden die Hersteller aufgeführt, die zwar Palmöl verwenden, aber Alternative bieten oder sich zu dem Thema nicht äußern wollten.
Greenwashing?
Umweltorganisationen wie Greenpeace oder Rettet den Regenwald e.V. üben starke Kritik an der RSPO-Zertifizierung. „Der Bezug von RSPO-zertifiziertem Palmöl garantiert Abnehmern kein wirklich nachhaltiges Produkt. Das Problem ist, dass die RSPO-Mitglieder zum großen Teil große Konzerne sind, die das Zertifizierungssystem als klassisches Greenwashing-Instrument nutzen", äußert sich Gesche Jürgens von Greenpeace. „RSPO schließt nicht einmal die Regenwaldrodung aus, soziale Aspekte und der Klimaschutz sind darin überhaupt nicht berücksichtigt. Gleich die erste RSPO-,zertifizierte' Palmölfirma erwies sich als übler Regenwaldvernichter", kritisiert Klaus Schenck von Rettet den Regenwald e.V. Der RSPO weist die Vorwürfe zurück und begründet dies durch die auferlegten Regeln und internationalen Zertifizierungsstandards sowie die unabhängigen Kontrollen, die an RSPO-zertifiziertem Palmöl durchgeführt werden.
Die Diskussion um Nachhaltigkeit ist nicht das einzige Problem, dem sich Palmöl stellen muss. Im Frühjahr dieses Jahres geriet Palmöl erneut in die Kritik - dieses Mal handelt es sich um einen „Etikettenschwindel": Das Verbrauchermagazin Ökotest hatte in der Mai-Ausgabe 2011 als palmölfrei deklarierte TK-Pommes Frites für den Backofen getestet und darin Bestandteile von Palmöl nachgewiesen. Ein betroffenes Unternehmen rechtfertigte das Problem als „einmaligen Fehler", dem man in Zukunft mit „zusätzlichen Maßnahmen" zuvorkommen wolle. Zudem stellte Ökotest in allen Pommes Frites-Marken Schadstoffe fest. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt deshalb bereits seit Jahren vor den Schadstoffen im Palmöl. Auch ist Palmöl wegen seines hohen Anteils an gesättigten Fettsäuren ungünstig für die Ernährung.
Projekte der Zukunft
„Ob der RSPO-Standard das geeignete Zertifikat ist, um einen nachhaltigen Anbau sicherzustellen, ist in den letzten Monaten zweifelhaft geworden", fasst Burkhard Gabbe, Geschäftsführer von Frosta Foodservice zusammen. „Wir verfolgen die aktuelle Diskussion sehr aufmerksam und wir würden uns, sobald es ein anerkanntes Zertifikat für nachhaltig erzeugtes Palmöl gibt, diesem sofort anschließen."
Ein neues Projekt steht bereits in den Startlöchern. Im Herbst wird das „Forum Nachhaltiges Palmöl" von der Rewe-Group, Henkel und Unilever gegründet. „Die Unternehmen haben erkannt, dass die Kriterien des RSPO für einen wirksamen Urwaldschutz und zur Gewährleistung einer nachhaltigen Palmölproduktion nicht ausreichen und darüber hinaus nicht eingehalten werden", begrüßt Greenpeace. Ob das neue Forum dem Anspruch nach nachhaltig produziertem Palmöl wirklich gerecht werden kann und nicht wieder in die Kritik gelangen wird, bleibt abzuwarten. lan
Wie setzten Sie den umstrittenen Rohstoff Palmöl ein? Wir haben nachgefragt.
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Andreas Mayr, Technical Manager, Unilever Food Solutions:
„Wir setzen Palmöl in unseren Produkten ein, die aus geschmacklicher oder technologischer Sicht eine Zugabe von Öl oder Fett fordern, z. B. u. a. in Saucen oder Suppen. Wir kaufen 17% des weltweiten Palmöls ein. Wo technologisch und sensorisch möglich, ersetzen wir Palmfett, das einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren enthält, selbstverständlich durch andere, ernährungsphysiologisch günstigere Alternativen mit mehr ungesättigten cis-Fettsäuren. Unilever hat es sich im Rahmen des Nachhaltigkeitsplanes zum Ziel gesetzt, den Gehalt an gesättigten Fettsäuren in seinen Produkten zu optimieren.
Wir setzten in unserem Unternehmen bereits nachhaltig zertifiziertes Palmöl ein. Die gesamte Menge an Palmöl, die wir in Europa einsetzen kommt aus nachhaltigem Anbau, was wir durch entsprechende Zertifikate belegen können (www.greenpalm.org). Unilever hat bereits im Mai 2008 bekannt gegeben, dass wir uns dazu verpflichten, ab 2015 nur noch nachhaltig angebautes Palmöl zu verwenden. Im Jahr 2010 kamen bereits über 30 % des von uns weltweit eingesetzten Palmöls aus nachhaltigem Anbau. Unser gesamtes in Europa eingesetztes Palmöl stammt bereits heute aus nachhaltig zertifiziertem Anbau. Wir arbeiten aktiv daran, dass auch andere Unternehmen sich uns anschließen und in Zukunft zertifiziertes Palmöl einsetzen, um damit den nachhaltigen Anbau zu stärken. Unilever hat eine führende Rolle im Round Table on Sustainable Palmöl und unterstützt explizit die Forderung nach einem sofortigen Stopp der Abholzung tropischen Regenwaldes für Palmölplantagen in Südostasien. Natürlich arbeiten wir daran den Einsatz von Alternativen auszubauen. So stellten wir bereits jetzt Teile unseres Flüssigdressingsportfolios in der Schweiz auf Rapsöl um, wobei wir wie gesagt auch andere Einflussfaktoren wie Geschmack und die ernährungsphysiologische Bedeutung der eingesetzten Fette und Öle berücksichtigen.
„Growing for the Future" Programm: Seit 2002 haben wir mit 40% unserer Bauern ein gegenseitiges Abkommen geschlossen, das zu bester Qualität und ökologisch sinnvollen Anbaumethoden verpflichtet - aber auch gerechte Entlohnung und Unterstützung garantiert. Bis 2012 werden es 100 % sein. Dieses Programm ist auch Bestandteil der 'Neuen Welt von Knorr'."
Peter Matthes, Verkaufsleiter Margarine, Fette, Öle in Hamburg, Vandemoortele:
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„Palmöl ist seit je her ein wichtiger Rohstoff für die Lebensmittelindustrie. Vandemoortele setzt Palmöl in einer Vielzahl von Produkten ein. So wird z. B. Palmöl in Margarine eingesetzt, um die produktspezifischen Eigenschaften (Streichfähigkeit bei Tafelmargarine oder Plastizität bei Ziehmargarine für die Herstellung von Croissants) zu erhalten. Weiterhin wird Palmöl als Frittierfett in der GV und Gastronomie eingesetzt. Wenn Sie heute in einen Supermarkt gehen, finden Sie in einer Vielzahl von Produkten Palmöl. Während einer Studie in Frankreich haben wir festgestellt, dass in mehr als 40 % aller Lebensmittel zum Teil Palmöl enthalten ist.
Vandemoortele ist dem RSPO 2009 beigetreten. Zusätzlich ist Vandemoortele Mitglied bei Green Palm, d. h. Vandemoortele erwirbt Zertifikate für nachhaltig angebautes Palmöl. Seit Dezember 2010 sind alle Vandemoortele Produktionsstätten nach RSPO Standard zertifiziert. Unsere Food Service Markenprodukte Frimax und Likrema Pflanzenfett im Karton sind mit dem Green Palm-Logo ausgezeichnet. Vermehrt setzen wir nachhaltig angebautes Palmöl auch auf Wunsch unserer Kunden im Groß- und Einzelhandel bei deren Eigenmarken ein. Dies ist jedoch zunächst nur ein erster Schritt und ein klares Bekenntnis zu Palmöl aus nachhaltigem Anbau. Ende 2011 werden wir auch physisch nachhaltiges Palmöl einsetzen, bei dem die Rückverfolgbarkeit gewährleistet ist, sogenanntes segregated palm. Die Verfügbarkeit für segregated palm ist momentan noch begrenzt.
Die Weiterentwicklung unserer Produkte steht bei Vandemoortele immer im Focus. So haben wir in unserer Forschungs- und Entwicklungsabteilung ein Team, dass sich mit diesem Thema seit mehreren Jahren beschäftigt. U.a. arbeiten wir aber auch eng mit unsere Rohstofflieferanten zusammen und entwickeln Produkte gemeinsam mit unseren Kunden aus der Lebensmittelindustrie sowie dem Groß- und Einzelhandel. Bei einer Vielzahl von Produkten haben wir bereits den Palmölanteil reduziert. Da wir einen verlässlichen Rohstoff brauchen, der dauerhaft fähig ist, unsere Produkte mit den erforderlichen Qualitätsmerkmalen auszustatten, werden wir nicht vollständig auf Palmöl verzichten können. Wir gehen davon aus, dass spätestens 2015 nur noch Palmöl aus nachhaltigem Anbau auf dem Markt angeboten wird. Dann wird auch die Rückverfolgbarkeit sichergestellt sein."
Achim Drewes, Public Affairs Manager Corporate Communications, Nestlé Deutschland:
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„Palmöl findet in einer Vielzahl von Produkten Verwendung. Nestlé setzt Palmöl bzw. Palmkernöl in bestimmten Fertiggerichten und in geringerem Umfang bei Süßwaren und spezifischen milchbasierenden Produkten ein. Nestlé Deutschland verarbeitet mit rund 7.000 Tonnen Palmöl pro Jahr, bzw. daraus hergestellten Zwischenprodukten, eher eine relativ geringe Menge dieses Rohstoffs. Palmöl ist wegen seiner guten Verarbeitungseigenschaften ein wichtiger Rohstoff auch für die Lebensmittelindustrie. Nestlé hat über die vergangenen Jahre in bestimmten Produktbereichen - aus verschiedenen Gründen - Palmöl durch andere Pflanzenfette wie Sonnenblumenöl ersetzt. Wegen seiner Verarbeitungseigenschaften ist Palmöl aber nicht in allen Anwendungsbereichen zu ersetzen. Gerade unter ökologischen Aspekten ist dies auch nicht unbedingt sinnvoll: Wegen seines hohen Flächenertrags im Vergleich zu anderen Pflanzenfetten benötigt man für Palmöl weniger Anbaufläche als z .B. für Sonnenblumenöl. Die weltweit verwendeten Mengen lassen sich also nicht ohne weiteres durch andere Rohstoffe ersetzen, ohne das Problem lediglich zu verlagern. Wichtig ist aber, dass der Anbau von Ölpalmen nicht auf Kosten schützenswerter Naturräume erfolgt. Angesichts der komplexen, mehrstufigen Lieferkette für Palmöl ist die Rückverfolgbarkeit jedoch eine zentrale Herausforderung für die Endabnehmer.
Wir haben in unseren Unternehmensgrundsätzen, internen Richtlinien und Einkaufsgrundsätzen hohe Standards in Hinsicht auf die Umweltverträglichkeit unserer Produktions- und Beschaffungsprozesse festgeschrieben, deren Umsetzung durch interne und externe Lieferantenaudits überwacht wird. Hierdurch wollen wir sicherstellen, dass unsere Grundsätze in unserer Lieferkette umgesetzt werden, und insbesondere, dass unsere Produkte nicht zur Zerstörung von Regenwald beitragen. Um dies für unsere Lieferkette für Palmöl basierende Rohstoffe sicherzustellen, hat Nestlé eine Partnerschaft mit der weltweit tätigen gemeinnützigen Organisation TFT (The Forest Trust) vereinbart, die Nestlé bei Überprüfung und Umbau der Lieferkette unterstützt. Diese Zusammenarbeit begann im Frühjahr 2010 in Bezug auf die Lieferkette für Palmöl und wurde zwischenzeitlich auf den Bereich Zellstoff und Papier ausgeweitet. Gemeinsam mit TFT hat Nestlé Richtlinien für den Einkauf von Palmöl definiert, die deutlich restriktiver sind als die derzeit geltenden Kriterien des Round Table for Sustainable Palm Oil, dessen Mitglied Nestlé auch ist. U. a. beziehen die Responsible Sourcing Guidelines von Nestlé den Schutz von Torfmooren und Waldgebieten mit hohem CO2 Speicherwert mit ein. Die Richtlinien sind Gegenstand von Lieferantenaudits, welche die Vorlieferstufen bis zum Anbau und den Ausschluss bestimmter Risikoregionen mit einbeziehen. Nach (auch öffentlicher) Rückmeldung von Nicht Regierungsorganisationen, die sich dieses Themas angenommen haben, nimmt Nestlé mit diesem konsequenten Vorgehen eine Vorreiterrolle ein. Ergänzend hierzu deckt Nestlé Deutschland den gesamten Bedarf an Palmöl seit Dezember 2009 bereits durch so genannte Palmölzertifikate des RSPO ab. Ziel von Nestlé weltweit ist es, bis 2015 den Palmölbedarf zu 100 % nur noch aus nachhaltigen Quellen abzudecken. Per Ende 2011 wird ein Zielwert von 50 % angestrebt. Im Vordergrund steht aber die Überprüfung und bei Bedarf Umstellung der eigenen Lieferkette; den Einkauf zertifizierter Rohstoffe alleine halten wir nicht für ausreichend."
Burkhard Gabbe, Geschäftsführer Frosta Foodservice:
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„FRoSTA Foodservice setzt bei der eigenen Produktion von FRoSTA-Produkten grundsätzlich kein Palmöl ein. Allerdings werden einige unserer Zutaten bereits bei unseren Lieferanten in Palmöl vorgebraten oder frittiert. Da es sich hier um relativ kleine Mengen handelt, liegt die Herausforderung darin, unsere Lieferanten zu einer Umstellung der gesamten Produktion auf eine andere Ölsorten zu bewegen. Dass dies durchaus erfolgreich ist, sehen wir am Beispiel unserer frittierten Zwiebeln. Hier ist es uns bereits im vergangenen Jahr gelungen, unseren holländischen Zwiebellieferanten dazu zu bewegen kein Palmöl mehr zu verwenden, sondern die Zwiebeln mit Sonnenblumenöl zu frittieren. Als nächstes bemühen wir uns jetzt darum, dass auch unser Kartoffellieferant seine Produktion auf Sonnenblumenöl umstellt. Dort wo Palmöl das traditionell verwendete Öl ist, wie zum Beispiel in Asien, akzeptieren wir dies weiterhin. Allerdings muss das Palmöl aus nachhaltigem Anbau stammen. Ob der „RSPO" Standard das geeignete Zertifikat ist, um dies sicherzustellen ist in den letzten Monaten zweifelhaft geworden. Hier verfolgen wir die aktuelle Diskussion sehr aufmerksam und wir würden uns, sobald es ein anerkanntes Zertifikat für nachhaltig erzeugtes Palmöl gibt, diesem sofort anschließen. Grundsätzlich begrüssen wir von FRoSTA Foodservice alle Ma§nahmen, die unserer Unternehmens- und Produktionsphilosophie für mehr Nachhaltigkeit und natürlicher Ernährung entsprechen. Hierfür setzen wir uns auch zukünftig mit aller Kraft ein!"
Dr. Iris Hugendieck, Leiterin der Qualitätssicherung, apetito:
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„Palmöl setzen wir bei apetito nur noch zum Frittieren ein. Das von uns verwendete Öl besteht lediglich zu 15 Prozent aus Palmöl. Wir prüfen derzeit, ob wir für den Frittierprozess alternative pflanzliche Öle einsetzen können, denn unsere Ausrichtung folgt unseren Nachhaltigkeitsprinzipien: Vermeiden, Verringern, Verbessern.
Der Einsatz von Palmöl ist bei uns heute schon verhältnismäßig gering und hat nur einen Anteil von sieben Prozent an unserem gesamten Bedarf an pflanzlichen Ölen und Fetten.
Unsere vorrangigen Ziele sind es, den Einsatz von Palmöl zu vermeiden bzw. auf ein produktbedingtes Minimum weiter zu reduzieren. Parallel dazu fördern wir künftig den nachhaltigen Anbau von Palmöl, um unseren Bedarf aus entsprechenden Quellen decken zu können. Seit Jahren setzt apetito bei pflanzlichen Fetten und Ölen auf das ernährungsphysiologisch wertvolle Rapsöl und in einigen typischen Gerichten auch auf Olivenöl.
Wir werden noch in diesem Jahr dem RSPO (Roundtable of Sustainable Palm Oil) beitreten. Der RSPO unterstützt den nachhaltigen Anbau von Palmöl. Wir haben uns zunächst für das Verfahren „book and claim" entschieden. Das bedeutet, dass wir für das von uns eingesetzte Palmöl Zertifikate kaufen und so den nachhaltigen Anbau fördern."
Fabienne Isabell Balada, Senior Productmanager Germany, Austria & Switzerland Bonduelle:
„Bonduelle legt großen Wert auf die Qualität und Hochwertigkeit seiner Produkte und setzt daher nur hochwertige, unbedenkliche Rohstoffe ein. Daher verkaufen wir keine Produkte in unserem Sortiment, in denen Palmöl enthalten ist. Im Bereich der Öle verwenden wir hauptsächlich Sonnenblumenöl oder Rapsöl. Bonduelle tut bereits heute schon sehr viel im Bereich Nachhaltigkeit und Zertifizierungen. So sind z. B. alle Bonduelle Werke nach internationalen Standards zertifiziert. Anbei sende ich Ihnen als weitere Information unsere Unternehmenspräsentation zum Thema Nachhaltigkeit/Qualität/Zertifizierungen, der sie konkrete Maßnahmen und Aktivitäten von Bonduelle entnehmen können."
Nicole Blömer, Zentrales Marketing, Wiesenhof Geflügel-Kontor:
„Wir als Hersteller können Ihnen bestätigen, dass wir für unsere Wiesenhof-Produkte keine Palmenfette oder -Öle einsetzen. Wir verwenden jedoch teilweise zusammengesetzte Zutaten, die von namenhaften Herstellern bezogen werden. Dabei kann nicht ausgeschlossenwerden, dass Palmöl als technologischer Hilfsstoff mit unter 1 % im pflanzlichen Fett bei gewürzten und marinierten Produkten beinhaltet ist. Unsere Lieferanten haben wir erneut in die Pflicht genommen, dass die an uns gelieferten Zutaten künftig keine Palmfette oder -Öle enthalten sollen. Bei der Entwicklung neuer Produkte kann der Einsatz von Palmfetten und -Ölen von vornherein ausgeschlossen werden. Sollten bestehende Wiesenhof Artikel geringste Mengen aufweisen, so ist es ein vorrangiges Ziel, diese durch optimale Alternativen auszutauschen. Es ist für uns somit von großer Bedeutung, auch im Rahmen unserer Qualitäts- und Umweltpolitik, umweltrelevante Aspekte bei der Beschaffung von Rohwaren zu berücksichtigen."
Weitere Infos:
RSPO: www.rspo.org
Weiße Liste Palmöl: www.weisse-liste-palmoel.npage.de
Forum Nachhaltiges Palmöl: www.dialoggestalter.de/projekte.html
Rettet den Regenwald e.V.: www.regenwald.org
Greenpeace: www.greenpeace.de
Fotos: Klaus Schenck/ Rettet den Regenwald e.V. , privat
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