Berlin. Das Essen an den Schulmensen von Deutschlands 12 000 Ganztagsschulen lässt aus Sicht der Schüler offenbar zu wünschen übrig. 750 Ganztagsschüler der Klassen 5 bis 13 aus ganz Deutschland bewerteten die Qualität ihrer Mensa mit der Schulnote 2,9 und damit deutlich schlechter als noch vor fünf Jahren (2,3). Bei älteren Schülern der Oberstufenklassen 11 bis 13 schneiden die Schulkantinen sogar noch schlechte Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „So is(s)t Schule", die der Marktforscher Icon Kids&Youth im Auftrag des Lebensmittelkonzern Nestlé durchgeführt hat. Angesichts der zunehmenden Zahl von Ganztagsschulen waren noch nie „die Chancen so groß, der nachwachsenden Generation praktisch zu vermitteln, wie wichtig der richtige Umgang mit Lebensmitteln für das Wohlbefinden, die Lernfähigkeit und die Lebensqualität ist", sagte dazu Uwe Schneider, Geschäftsführer von Nestlé Professional. Gefragt sei ein integriertes pädagogisches Konzept, das sich auch in den verschiedenen Unterrichtsfächern niederschlage und sowohl Wissen als auch praktische Kompetenzen umfasse. Leider präsentiert die vorgelegte Studie nur Bekanntes und geht kaum über die bisherigen Ergebnisse der Forschung hinaus. Die Aufgezeigten Alternativen enden in allgemeinen Aufforderungen an die Eltern und Lehrer das Thema Ernährung stärker zu beleuchten !. Wie war, aber das zeigten schon die Ergebnisse des 3. und 4. Kongresses für Kita- Schulverpflegung in Leipzig.
Die Zahl der Kinder, die schon übergewichtig in die Schule kommen, wächst. Und mit diesen Zahlen wächst leider auch das Risiko, dass sich dieses Übergewicht verfestigt. Im Gegenzug verringern sich die Chancen auf ein gesundes Heranwachsen. Das Zusammenspiel der Ursachenfaktoren Essen, Trinken, Bewegung, Herkunft, Bildung, Erziehung, genetische Disposition - um nur einige zu nennen - ist zu komplex, leider erfährt man darüber in der Studie wenig. Das, was mittags in den Kindergärten und Schulen auf dem Tisch steht, spiegelt im Grunde das Essverhalten von den Erwachsenen wider - verziert durch eine extra Portion Süßes. Es geht nicht darum, einen „Schuldigen" am problematischen Essverhalten der Kinder zu suchen. Es geht darum, dass wir nach dem Idealfall streben sollten, dass sich die Lebenswelten von Kita, Schule und Familie auch in Sachen Essen und Trinken ergänzen und von den Kindern als stimmig erfahren werden. Das bedeutet: Kita, Schule und Speisenanbieter müssen ihre Vorbildfunktion beim täglichen Essensangebot wahrnehmen. Und deshalb sollte man auch die Ernährung zum Bildungsthema machen. Damit erübrigen sich kostspielige Untersuchungen zumThema über die Qualität der Schulverpflegung, es muss vielmehr untersucht werden, warum die Produzenten der Schul- und Kitaverpflegung den Anforderungen nicht gerecht werden! Man sollte weiter daran arbeiten, Kinder und Jugendliche ohne den berüchtigten erhobenen Zeigefinger für eine gesunde Ernährung zu begeistern, oder wenigstens ihr Bewusstsein dafür zu schärfen, wie wichtig sie ist. Schul-und Kitaverpflegung ist ein gesellschaftliche Aufgabe und auch nur so zu lösen. Denn solange für Tiernahrung der ermäßigte Steuersatz von 7% gilt und für Schulverpflegung 19%, ist was faul "im Staate Dänemark!". Studien zu diesen Aspekten sind dringend notwendig und dann auch hilfreich.