
Die frischli Molkerei Weißenfels erweitert aktuell das
Kühllager von bisher 550 auf ab Herbst 1.500 Palettenstellplätze - Grund:
anhaltendes Absatzplus für die Fruchtquarkmarke „Leckermäulchen". Ein Masterplan
zur Standortentwicklung ergab, dass die Kapazitäten für den Absatzplan der
Quarkspeise nicht mehr reichen würden. Geprüft wurden dabei zusammen mit dem
Logistik-Spezialisten viaLog aus Harsewinkel Warenzugang aus der Produktion,
Verweildauer im Lager, tgl. Verladefrequenz und innerbetrieblicher
Verpackungstransport. Heraus kam die Bebauung der bisher noch freien
Innenhoffläche mit einem gekühlten Verschieberegallager, das mit sechs Ebenen
und 9 mobilen sowie einem fixen Gestell Platz für die in den kommenden Jahren
zu erwartenden Absatzmengen der speziell im Westen immer beliebteren ehemaligen
DDR-Marke schafft. Im Moment laufen in Weißenfels die Erdarbeiten, bis Juni
soll die Ausschreibung für die Lagereinrichtung inkl. Kühlanlagen abgeschlossen
sein.
Dieter Gorzki, Geschäftsführer des frischli Milchwerks Weißenfels: „Ein Verschieberegallager hat den Vorteil einer hohen Verdichtung auf relativ geringem Raum mit Einzelzugriff auf jede Palette bei relativ geringen Investitionskosten. Nachteile sind eine geringere Dynamik des Lagers und keine Automatisierung, die in höherem Personalaufwand resultiert. Für uns überwiegen die Vorteile aber insgesamt."
Masterplan
Besondere Probleme für die Planung waren ein mitten auf dem
Werksgelände stehender Strommast und die Höhenlinie, die horizontal und
vertikal einen 3-Meter-Sprung aufweist. Auf Basis projektierter
Erweiterungsdaten für das Weißenfelser Werk ermittelte die viaLog Logistik
Beratung GmbH aus Harsewinkel in einem Masterplan Vorzugsflächen inkl. Zufahrtswege,
die eine optimale Gliederung des Werksgeländes erlaubten. Die erforderlichen
Lagerkapazitäten wurden darauf aufbauend mit 1.500 Palettenplätzen im Frische-
und 3.000 im H-Milchlager festgelegt. Der Logistikberater, der auch die
fördertechnische Anbindung inkl. Palettierung und Transportsicherung plante,
schlug eine Kombination aus Verschiebelager und einigen feststehenden Regalen
vor. Henning Dörrie von viaLog: „Verschieberegale werden deutlich
unterbewertet. Bei Lindt & Sprüngli werden z. B. mehr als 10.000 Paletten
in diesem kompakten System geführt. Wenn koordiniert gearbeitet wird,
garantiert dieses System für zwei bis drei Lageristen bei frischli ohne
weiteres eine ausreichend hohe Dynamik." Die Gassenöffnung wird in Weißenfels
weniger als 45 Sekunden dauern, das Verfahren der Regale wird vom Stapler aus
gestartet. Funktional übernimmt das Verschieberegal die Einlagerung der frisch
produzierten Ware, die Versandpufferung und -vorbereitung, die Zwischenlagerung
für Mischpaletten - eine Teilentnahme von Lagerpaletten ist ebenfalls
vorgesehen.